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Warum Urteilsvermögen mit fortschreitender KI wichtiger wird

  • kim moelholm
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

In einem aktuellen Interview mit The Economist sagte Elon Musk, KI sei bereits besser als 90 Prozent der professionellen Softwareentwickler im Schreiben von Code. Diese Aussage lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen, in denen wir Menschen tätig sind. Das wirft eine berechtigte Frage auf: Müssen wir uns deshalb in anderen Bereichen weiterentwickeln – oder können wir uns zurücklehnen und die KI für uns denken und entscheiden lassen?


Roadsign in the desert

Je weiter die KI fortschreitet, desto wichtiger wird es, die eigene Klarheit zu bewahren. Ich glaube, dass sich diese Klarheit durch aktive Selbstführung und tiefere Begegnungen mit anderen Menschen stärken lässt.


Das eigene Urteilsvermögen ist ein Bereich, der fortlaufendes Training und Weiterentwicklung braucht. KI kann dir jede erdenkliche Information liefern – und auch vorschlagen, was du tun solltest. Ist dir aufgefallen, wie die neueren Modelle zunehmend geschickter darin werden, dich in eine bestimmte Richtung zu lenken? Es ist verlockend, einfach nachzugeben und den gegebenen Vorschlag anzunehmen. Dennoch bleibt es die Verantwortung jedes Einzelnen, sorgfältig zu prüfen, was zu tun ist.


KI ist bereits so weit entwickelt, dass sie bei vielen generischen Themen bessere Entscheidungen treffen kann als ich. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und irgendwann alle Lebensentscheidungen umfassen. Was weiterhin zählt, ist, dass ich meine Entscheidungen im Einklang mit dem treffe, was für mich intellektuell und emotional richtig ist – nicht danach, was andere getan haben oder wie wahrscheinlich ein bestimmtes Ergebnis ist. Wie trifft man die richtige Wahl inmitten eines Ozeans aus Informationen und Vorschlägen?


Wer Klarheit hat, kann Informationen und Vorschläge sinnvoll nutzen. Klarheit entsteht durch Zeit zum Reflektieren, Zeit zum Fühlen sowie durch Gespräche mit Menschen, die Tonfall, Pausen und das wahrnehmen, was Monate zuvor besprochen wurde. Executive Coaching ist ein wertvoller Raum, um Klarheit zu gewinnen und das zu hören, was man hören muss – nicht nur das, was man hören möchte. Über die Jahre habe ich mit Meditation, Achtsamkeit und Coaching daran gearbeitet, meine eigene Klarheit aufzubauen und zu schützen. Diese Klarheit half mir bei einer wichtigen persönlichen Entscheidung – bei der ein KI-Modell vermutlich zu einer weniger radikalen Lösung geraten hätte.


Ich lebte in Hongkong, bevor ich nach Deutschland zog. Im Sommer 2017 verbrachte ich sechs Wochen in Europa mit einer Person, die ich kurz zuvor kennengelernt hatte. Nach meiner Rückkehr nach Hongkong überlegte ich, wie ich die Beziehung angehen sollte. Die Entscheidung war mir klar. Es gab keine Zeit zu verlieren. Ich sollte sofort nach Deutschland ziehen, und wir sollten zusammenziehen. Meine Klarheit sagte mir, dass ich alles auf eine Karte setzen musste. Vier Wochen später hatte ich in Hongkong alles verkauft. Ich wurde am Flughafen Düsseldorf abgeholt, und wir zogen zusammen. Das ist heute neun Jahre her. Wir sind noch immer zusammen, und diese Entscheidung zählt zu den besten meines Lebens.


KI sollte als Werkzeug verstanden und genutzt werden. Unsere Aufgabe als Menschen ist genau das – und uns nicht von der Fülle an Informationen und möglichen Entscheidungen vom Kurs abbringen zu lassen. Ohne die Pflege des eigenen Urteilsvermögens besteht die Gefahr, einfach eine der angebotenen Entscheidungen zu übernehmen, statt derjenigen, die auf einer tieferen Ebene sowohl intellektuell als auch emotional zu uns passt. Achtsamkeit und der menschliche Austausch durch Executive Coaching spielen im Zeitalter der KI eine noch wichtigere Rolle.


KI wurde zur Unterstützung von Satzstruktur und redaktioneller Überarbeitung eingesetzt.






 
 
 

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